Interview Kirchenmusik

NACHGEFRAGT

Kirchenmusik in der Pfarrei der Zukunft

Welchen Beitrag kann die Kirchenmusik zur Pfarrei der Zukunft leisten?

Gerade über die Kirchenmusik kann man Menschen erreichen, auch wenn sie nicht regelmäßig zum Gottesdienst kommen. 

Mit Gesang kann man Glaubensinhalte singend vertiefen, Menschen mit instrumentaler Musik bewegen, sei es in der Liturgie oder beim Kirchenkonzert, Kirchenmusik dient dem Gemeindeaufbau.

Beim Singen mit Kindern und Jugendlichen (Kinder-Jugendchor- Kommunionkinder, Firmlinge) kann die  Kirchenmusik sehr wertvoll sein und es kann ein Zugang zur Pfarrei geschaffen werden.      

Projektbezogene Arbeit spielt eine immer wichtigere Rolle im Arbeitsfeld des Kirchenmusikers.

Solche Projekte können zum einen dem Zusammenhalt bzw. Miteinander neue Impulse geben und zum anderen auch neue Berührungspunkte mit Kirche sein.

Zwei Beispiele wären: offene Singen- ( hier werden alle Generationen angesprochen) 

Oder Projektchor zu einem bestimmten Anlass (auch außerhalb des Kirchenraumes z.B. in sozialen Einrichtungen)
Viele Projekte dieser Art werden bereits mit Erfolg praktiziert.

Mit Kreativität und Fantasie können neue Projekte angeboten und neue Wege gegangen werden.      

Besonders für die Kirchenmusik ist das Zitat von Victor Hugo „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist“ gültig.

Was kann vom Kirchenmusiker in der Pfarrei der Zukunft erwartet werden?

Die Anforderungen an den Kirchenmusiker haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Das Aufgabenfeld hat sich stark geweitet. Es wird von ihm Fachkompetenz als Grundvoraussetzung, aber auch soziale Kompetenz, Flexibilität und  zunehmende Mobilität erwartet.
Projektbezogene Arbeit spielt eine immer wichtigere Rolle im Arbeitsfeld des Kirchenmusikers.

In vielen Pfarreien arbeitet er,  über den „klassischen Kirchenchor“ hinaus, mit ganz unterschiedlich strukturierten Chorgruppierungen.

Erwarten kann man, dass er Impulse für die musikalischen Belange in den Pfarreien gibt und ein wertvoller Ansprechpartner ist. Der Kirchenmusiker sollte kein „Einzelkämpfer“ sein, sondern vielmehr darauf, achten Menschen bei seiner Arbeit einzubinden.  Je nach Charisma kann dies auf vielfältige Weise geschehen.  

Einige Beispiele wären: Gründung bzw. Mitgliedergewinnung in einem Förderkreis der Kirchenmusik, Leute gewinnen für organisatorische Arbeiten wie Plakatentwürfe, Betreuung von Kirchenmusikinternetseiten, beim Suchen und Betreuen von Förderern (Fundraising), etc.   

Erwarten darf man vom Kirchenmusiker auch, dass er es versteht die Inhalte der Kirchenmusik volksnah zu vermitteln, um ein besseres Verständnis und einen tieferen Zugang zum Gehörten zu ermöglichen.  

Wie sollten die Rahmenbedingungen des Kirchenmusikers in der neuen Pfarrei aussehen?

Es sollte dem hauptberuflichen Kirchenmusiker ein Arbeitsplatz und ein angemessener Etat für seine Arbeit zur Verfügung stehen. Wichtig wäre, dass er im regelmäßigen Austausch mit dem Leitungs- Team der Pfarrei steht. Für kirchenmusikalische Fragen muss er  in die Gremienarbeit  eingebunden sein. Angebote der Fort-und Weiterbildung sollte er wahrnehmen können. Die Bewertung seiner Arbeitszeit sollte neu gestaltet werden, da, wie oben erwähnt, sich das Berufsbild in den letzten Jahren stark verändert hat. Die Anforderungen und der Kommunikationsbedarf sind deutlich höher geworden. Wegen der gestiegenen Anforderungen sollte auch im Bistum Trier die Vergütung der Kirchenmusiker höher sein. Die Besoldung in den meisten anderen deutschen Bistümern ist bereits deutlich höher und sie sollte daran angepasst werden.  

Vorstand

Stefan Klemm
(1. Vorsitzender)
Vor dem Hübel 42
66606 St. Wendel
Tel.: 06851/830647

Manfred Kochems
(2. Vorsitzender, Kassierer und Homepage-Administrator)
manfred.kochems
@kirchenmusikerverband-trier.de
Krankenhausstr. 8
54634 Bitburg
Tel.: 06561/6699905

Andreas Mehs
(Schriftführer) Rathausstr. 18
66333 Völklingen
Tel.: 06898/297697

Markus Schaubel(Beisitzer)
Zum Hirtenbrunnen 6b
66571 Eppelborn
Tel.: 06881 5952309

Werner Grothusmann
(Beratendes Mitglied) Region Saarbrücken
Ursulinenstr. 67
66111 Saarbrücken
Tel.: 0681/9068-213
Fax:                   -219

Honorartabelle


Honorartabelle für Vertretungsorganisten und Chorleiter, gültig ab Februar 2017

 

Ausbildung Organistendienst Chorleitung, Kasualien Chorleitung und Organistendienst Chorprobe
Kasualien

So./Vorabend

Werktags-messen So./Vorabend 1 Std. einschl. Vorbereitung 2 Std. einschl. Vorbereitung
A / B 38,00 22,00 44,00 50,00 44,00 76,00
C 29,00 22,00 33,00 37,00 33,00 58,00
D 26,00 16,00 29,00 33,00 29,00 51,00
Ohne 24,00 14,00 27,00 31,00 27,00 47,00

 

Handreichung Kirchenmusik

Wert von Kirchenmusik – Wert eines Kirchenmusikers/einer Kirchenmusikerin

Synode im Bistum Trier – Eine kurze Reflexion im Sinne einer Handreichung zur eigenen Standortbestimmung für Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen im Bistum Trier
Wie vermitteln wir in der Erkundungsphase die Bedeutung der Kirchenmusik für die Entwicklung der jeweils neuen Pfarrei?

Die Synode im Bistum Trier hat durch die Formulierung der Perspektivwechsel grundlegende inhaltliche und damit auch organisatorische Prozesse in Gang gesetzt. Sie bietet auch auf dem Gebiet der Kirchenmusik neue Chancen. In diesem Zusammenhang sehen die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum die Herausforderung, sich ihrer Aufgabe neu bewusst zu werden. Eine wesentliche Fragestellung ist dabei: Wie kann ich speziell in meinem Tätigkeitsfeld gezielt auf die neu gedachte Situation reagieren, und wie kann Kirchenmusik zum Gelingen der Umsetzungsprozesse und damit zum Gelingen von Kirche in Zukunft beitragen?

Das bedeutet nicht, das Tätigkeitsfeld Kirchenmusik in all seinen Facetten neu erfinden zu müssen. Diese Situation beinhaltet aber für alle die Möglichkeit und auch die Verpflichtung, die  Potentiale kirchenmusikalischer Arbeit auf allen Gebieten kreativ einzubringen. Gleichzeitig entstehen naturgemäß auch Verunsicherungen. Gerade unter letzterem Aspekt ist es hilfreich, sich den Wert von Kirchenmusik bewusst zu machen. Damit wird dann auch die Bedeutung eines Kirchenmusikers/einer Kirchenmusikerin und seinem/ihrem Tun noch einmal deutlich.

Im „Geleitwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz“ zum Handbuch „Basiswissen Kirchenmusik“ (Carus-Verlag, Stuttgart 2009) heißt es: „Denn Musica sacra ist keine Funktion der Liturgie, sondern sie ist selbst Liturgie. Sie ist kein ornamentales Beiwerk des Gottesdienstes; vielmehr ist sie – sofern sie mit Andacht musiziert und gehört wird – dem Gebet kongenial, folglich für den Gottesdienst unverzichtbar.“ Das bedeutet, Musik in der Kirche, sei es in vielfältigen Formen von Gottesdienst oder in außerliturgischen Geistlichen Musiken, ist wesentliches Mittel zum Lob Gottes. Sie ist sowohl Dienst der Menschen untereinander als auch Ausdruck des Dienstes Gottes an uns.

Die Deutsche Bischofskonferenz betont: „Die Heiligkeit des Ortes fordert für künstlerische Ausdrucksformen innerhalb und außerhalb der Liturgie größtmögliche Qualität“ (Musik im Kirchenraum außerhalb der Liturgie, Bonn 2005). Das stellt eindeutig die Forderung nach Qualifikation in den Raum. Sie gilt in zwei Richtungen: Es bedarf der steten Pflege der eigenen Fähigkeiten und es braucht diejenigen, die anderen dazu verhelfen.

Wesentliche Potentiale birgt kirchenmusikalische Arbeit durch die Regelmäßigkeit und Kontinuität in den vielfältigen Gruppen. Das vermittelt Verlässlichkeit, ermöglicht Anbindung, stiftet Gemeinschaft und schafft Vertrauen. Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen vermitteln und pflegen durch ihr Tun lebendiges Kulturgut. Die Persönlichkeit des Kirchenmusikers/der Kirchenmusikerin ist dadurch eine soziale Konstante und kann eine positiv prägende Wirkung auf Menschen aller Altersstufen haben.

 Mein Wert als Kirchenmusiker in der KircheIch verkündige durch Musik auf elementare Weise.

  • Ich bin ein leibhaftiger Musiker: Ich stehe für das, was ich tue.
  • Meine Musik ist live und handgemacht.
  • Ich schaffe durch lebendige Kunst Raum für spirituelle Erfahrungen.
  • Durch gemeinsames Singen und Musizieren ermögliche ich Gemeinschaft und das Gefühl, dazu zu gehören.
  • Durch mein Musizieren richte ich Menschen seelisch und körperlich auf.
  • Ich gestalte Räume der Freude, der Trauer, der Lebenswenden, des Trostes …
  • Ich unterstütze Seelsorge.
  • Ich übe Menschen in der Grundhaltung des aufeinander Hörens
  • Positive Entwicklung ermöglichen
  • Freiräume durch flexible und aufgabenorientierte Arbeitsverträge
  • gemeinsames Erarbeiten von Aufgabenfeldern und Schwerpunkten
  • sinnvolle Vernetzung von und mit kirchlichen Berufsgruppen, außerdem mit Kulturträgern, Kitas, Schulen, sozialen Einrichtungen etc.
  • Spirituelle Räume eröffnen und Erfahrungen ermöglichen durch Geistliche Konzerte, Chorkonzerte für Stadt, Kleingruppen-Andacht, Mittagsmusik, Gottesdienste mit kirchenmusikalischen Schwerpunkt

 Wesentliche Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche kirchenmusikalische Arbeit

Um eine gelingende kirchenmusikalische Perspektive vor Ort erfolgreich umsetzen zu können, müssen Kirchenmusiker/Kirchenmusikerinnen in Entscheidungsfragen eingebunden sein. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Welche kirchenmusikalischen Potenziale gilt es zu nutzen (z.B. schulisches Angebot, Kitas, Möglichkeiten zu Kooperationen, Neugründungen oder projektmäßige Zusammenarbeit von Chören)
  • Raumfragen (Welcher Bedarf an Räumlichkeiten besteht, auch in die Zukunft gedacht?)
  • Personalfragen (Was gibt es an kirchenmusikalischen Aufgaben, wer kann sie ausüben?)
  • Ausstattungsfragen (Instrumente, Archiv, Noten, EDV etc.)

Kirchenmusik schafft Gemeinde und hat missionarische Wirkung. Dazu braucht sie ausreichend finanzielle und personelle Ausstattung. Im konstruktiven Gespräch sollten die Beteiligten diese Aspekte im Dreisatz Sehen – Urteilen – Handeln in den Blick nehmen.

Rafael Klar, Manfred Kochems, Burkhard Pütz, Thomas Sorger